Startseite  - Kontakt  - Impressum
 
 
 
Das Therapiezentrum
 

Herdenschutzhunde

Vieles gibt es zu lesen über Herdenschutzhunde (HSH), manches ist wahr, anderes nicht, und oft wird gerade in öffentlichen Medien wie Zeitungsartikeln, Fernsehberichten, und auch auf den sozialen Netzwerken vieles falsch wiedergegeben und interpretiert, aus Unwissenheit, oder gewollt für gute Quoten, und/oder Stimmungsmache.

Fachleute werden falsch zitiert, Sätze aus dem Kontext gerissen und so ein völlig falsches Bild dieser wundervollen Hunde gezeichnet und dargestellt.

Seit 1996 arbeite ich mit Herdenschutzhunden, damals noch ausschließlich in der Familien - / Haushaltung und im Tierschutz. Schon zu diesem Zeitpunkt recherchierte ich über die Arbeit von Herdenschutzhunden in ihren Herkunftsländern und habe mir Schriften und Videos übersetzen lassen, z.B. aus der Türkei, Russland, Mongolei und Rumänien.

Im Laufe der Jahre begleiteten mich etliche Herdenschutzhunde auf meinem Weg, im Herbst 2012 hatte ich das erste Mal Gelegenheit Herdenschutzhunde arbeitend an einer Herde zu erleben, als ich im Praktikum zur Schafhirtenausbildung war. Ich absolvierte weitere Praktika als Hirtin an mit Herdenschutzhunden geschützten Herden, und ergänzte und vertiefte mein vorhandenes Wissen und meine Erfahrung. Mehrere Reisen innerhalb Europas gaben mir weitere Eindrücke und Erfahrungen über die Arbeitsweise und den Einsatz von den dort beheimateten Herdenschutzhunden.

Der Wolf kehrt immer mehr zurück nach Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die Herdentierhalter werden durch die Rückkehr des großen Beutegreifers bezüglich des Schutzes ihrer Tiere vor neue Aufgaben und Herausforderungen gestellt.

Herdenschutzhunde haben in vielen Ländern (z.B. Spanien, Türkei, Rumänien, usw.) eine lange Tradition, sie wurden und werden in Hirtenkulturen erfolgreich zum Schutz der Herdentiere eingesetzt.

Auch in Deutschland steigt die Zahl der an der Herde arbeitenden Herdenschutzhunde, leider oft mit tierschutzwidrigen Haltungs- und Umgangsformen.

Wesentliche Aspekte der Arbeitsweise und des Wesens von HSH werden nicht beachtet oder ignoriert, der Herdenschutzhund pauschal als eine funktionierende Abwehr gegen Beutegreifer gesehen, eingesetzt ohne Fachkenntnis und Wissen über die Bedürfnisse der HSH.

Seit 2012 arbeite ich mit Herdenschutzhunden bei Herdentieren, und seit Herbst 2013 als Sachverständige für Herdenschutzhunde für das Landesamt für Umwelt in Bayern.

Ich habe etliche HSH in Schaf-, Rinder-, Geflügelherden und bei Pferden integriert und/oder im Verhalten korrigiert. Es muss in Einzelfallentscheidungen geprüft werden, ob der Einsatz von Herdenschutzhunden überhaupt möglich und sinnvoll ist!

Die zum Schutz von Herdentieren in Deutschland am häufigsten vorkommenden Rassen sind Maremmano Abruzzese, Pyrenäenberghund, Kangal und Mastin Espanol (Listenhund in einigen Bundesländern), aber auch Kaukasen, Sarplaninac, Tornjak, Kraski Ovcar u.a. werden eingesetzt.

Wenn man das Wesen und die Besonderheiten von Herdenschutzhunden berücksichtigt, sie art- und wesensgerecht hält, entsteht eine Symbiose zwischen Herdenschutzhund, Herdentier und Halter. Nach einer bedachten Integration finden Herdenschutzhunde und Herdentiere im Laufe der Zeit in der sie zusammen leben immer enger zusammen, und Freundschaften entstehen zwischen den Tieren.

Besonderheiten von Herdenschutzhunden:

  • äußerst feinfühlig und sensibel
  • hochgradig soziale Lebewesen
  • Fähigkeit, 100%ige Bindung zu Tieren einzugehen, und 100% ige Bindung zum Menschen
  • ausgeprägtes Schutz- und Territorialverhalten
  • hohe Wachsamkeit, insbesondere bei Dämmerung und nachts
  • Wehrhaftigkeit und Angriffsbereitschaft gegenüber Beutegreifern (z.B. Wolf, Luchs, Bär u.a.), wenn Verbellen und Drohen nicht ausreicht
  • strahlen äußerlich Ruhe und Gelassenheit aus, obwohl sie innerlich hellwach sind, um im Fall einer Bedrohung für die Herdentiere sehr schnell reagieren zu können
  • spät reif (körperlich ausgreift mit ca. 3 Jahren, geistig mit 4 Jahren)
  • größere Individualdistanz zum Menschen als andere Hunderassen
  • in Deutschland in der Herde arbeitend meistens allein auf sich gestellt lebend (selten im Familienverband oder mit Hirte)

mögliche Folgen:

  • weniger Vertrauen zum Menschen und weniger Umweltsicherheit
  • erschwertes Handling durch den Menschen / erschwerte Kontrolle durch Bezugsperson
  • häufig tierschutzwidrige Haltung und mangelnde Pflege (z. B. offene Pfoten, eingewachsene Krallen, Hautekzeme unter Filzplatten, massive Hautausschläge die nicht behandelt und versorgt werden, HSH mit hochgradiger Hüftgelenksdysplasie, oder anderen körperlichen Beschwerden und Krankheiten die nicht medizinisch versorgt werden)
  • keine Kontrolle des HSH durch die Bezugsperson/Hirte
  • häufig Überforderung (wenn allein auf sich gestellt arbeitend)

> daraus resultierende, erhöhte Abwehrbereitschaft und / oder Verunsicherung können problematisch werden

Leider werden in Deutschland HSH oft pauschal als Abwehr gegen Beutegreifer gesehen und eingesetzt, ohne Überprüfung ob der entsprechende HSH überhaupt für die Arbeit an der Herde geeignet ist.

Bedingungen für einen gut arbeitenden, tierschutzgerecht gehaltenen Herdenschutzhund in der Herde:

  • physisch und psychisch gesund
  • an der Herde geboren, idealerweise im Rudel (Familienverband) aufgewachsen, oder mit Mutterhündin und weiteren adulten Hunden (siehe Sozialisation)
  • aktiver Impfschutz gegen die gängigen Infektionskrankheiten insbesondere Staupe und Tollwut
  • Herdenschutzhunde dürfen nie dauerhaft alleine gehalten werden, das ist tierschutzrelevant, eine Qual für die so hoch sozialen und sensiblen Lebewesen, zudem haben sie einzeln keine Chance eine Herde zu beschützen, eine Mindestanzahl von zwei Herdenschutzhunden ist zwingend einzuhalten!
  • Herdenschutzhunde müssen jederzeit problemlos Zugang zu frischem Wasser haben
  • Herdenschutzhunde im Einsatz benötigen einen Witterungsschutz, der eine trockene, wettergeschützte Liegefläche bietet; diese kann identisch sein mit einem fachlich geeigneten Witterungsschutz für die zu schützenden Tiere
  • es sind geeignete Unterbringungsmöglichkeiten für kranke oder alte, nicht einsatzfähige Herdenschutzhunde nötig (z.B. im Stall)
  • Körperliche Strafen und andere aversive Hilfsmittel sind strikt abzulehnen!

Ausschlusskriterien für in der Herde lebende / arbeitende Herdenschutzhunde:

  • größere / engere Bindung an Menschen als an Tiere
  • verunsicherte, ängstliche Herdenschutzhunde
  • gesteigertes Aggressionsverhalten
  • dauerhafte körperliche / gesundheitliche Einschränkungen, die bedingen, dass der Herdenschutzhund der Arbeit nicht gewachsen ist

Die größten Schwierigkeiten bei der Haltung von Herdenschutzhunden an der Herde:

  • oft kein Aufwachsen im Rudel (Familienverband aus mehreren Hunden unterschiedlicher Altersstruktur) möglich; die Herdenschutzhundewelpen werden ab der achten Lebenswoche verkauft, sie haben keine Möglichkeit durch den Sozialkontakt mit anderen Herdenschutzhunden das Abwehrverhalten von Eindringlingen zu üben und zu lernen (die Einzelhaltung eines Herdenschutzhundes ist strikt abzulehnen und tierschutzrelevant!)
  • die Haltung hinter einem Elektrozaun ist nur in Deutschland, der Schweiz und Österreich üblich. Herdenschutzhunde kommen aus Hirtenkulturen, dort leben sie frei ohne Umzäunung mit den Herdentieren. In den Herkunftsländern können sie schon von weitem Präsenz zeigen und laufen auf die Gefahrenquelle zu, drohen und verbellen, und vertreiben somit den Eindringling
  • HSH in Deutschland leben und arbeiten meist allein auf sich gestellt an der Herde, sie treffen eigene Entscheidungen, wenn sie nicht gelernt haben, Gefahr von vermeintlicher Gefahr zu unterscheiden, kann das für Mensch und Tier gefährlich werden

Probleme und Verbesserungsansätze:

  • in den Herkunftsländern werden die Herdenschutzhunde weniger vom Menschen erzogen, sie lernen durch erfahrene, adulte Tiere. In Deutschland wird das oft ignoriert, Welpen und Junghunde werden an Herden gesetzt, mit der Erwartungshaltung, dass diese alles können um die Herde zu schützen. Das ist ein Irrglaube, die Herdenschutzhunde werden dadurch massiv überfordert! Ein vermeintlich fehlendes Schutzverhalten wird dem Herdenschutzhund negativ ausgelegt (mit oft üblen Folgen für den Herdenschutzhund, sie werden bestraft für das fehlende Schutzverhalten, mit zu Teilen deutlich tierschutzrelevanten Maßnahmen)
  • im Herkunftsland aufgewachsene Herdenschutzhunde holen / mitbringen lassen (meist von Stallhelfern). Die Bedingungen in Deutschland hinter einem Zaun sind im Regelfall sehr verschieden zu den Haltungsbedingungen im Herkunftsland. Die Anpassungsleistung der HSH im Vergleich zu den Herkunftsländern ist enorm! Das findet keinerlei Beachtung 

> dort leben sie im Familienverband

> und/oder mit Hirte

  • keine Geduld, den Herdenschutzhund einen stattgefundenen Platzwechsel verarbeiten zu lassen
  • dauerhafte Einzelhaltung von Herdenschutzhunden
  • keine Sachkunde und Eignung des Halters, kein Verständnis für das Wesen eines Herdenschutzhundes, und daraus resultierend den Herdenschutzhund pauschal als funktionierende Abwehr von Eindringlingen sehen, ohne wirklich einschätzen zu können ob er der Arbeit gewachsen und dafür geeignet ist
  • keine Überprüfung der Eignung des Herdenschutzhundes für die Arbeit/das Leben an der Herde (von Kynologen)

> nicht jeder HSH ist für den Schutz von Herdentieren geeignet!

> nicht jeder HSH ist für jede Weidefläche/jeden Betrieb geeignet! (z. B. hoher Tourismus oder nicht)

  • willkürliche Vermehrung von Herdenschutzhunden, unabhängig von tierschutzgerechter Haltung und Eignung für die Arbeit an der Herde

> Hündin in einem kleinen Zwinger mit neun Welpen, zwei Schafe befinden sich mit im Zwinger, die Welpen werden teuer als für die Arbeit geeignete Herdenschutzhunde verkauft

  • Tierschutzhunde aus Tierheimen und Tierschutzvereinen werden bei der Herde eingesetzt (ohne Sozialisation auf Herdentiere oder Prüfung ob der HSH für dieses Umfeld/die Arbeit geeignet ist), der fehlende Kontakt zum Sozialpartner Mensch quälend groß, das psychische Leid dieser HSH ist enorm
  • „fördern und fordern“ als Lösungsansatz. Eine tierschutzgerechte, gute Haltung von geeigneten Herdenschutzhunden finanziell staatlich unterstützen / fördern, bei zeitgleicher Forderung Sachkunde und Eignung zur Haltung eines Herdenschutzhundes nachzuweisen. Überprüfung der Einhaltung des Tierschutzgesetzes und der Lebensbedingungen von HSH auf den Betrieben
  • in Einzelfallentscheidungen prüfen, ob der Einsatz von Herdenschutzhunden überhaupt möglich und sinnvoll ist!
  • Erlaubnispflicht zur Zucht von Herdenschutzhunden!

gewünschter Charakter in der Herde lebender / arbeitender Herdenschutzhund:

souveräner, gut sozialisierter und angemessen umweltsicherer Hund mit gutem, belastbaren Vertrauen zur Bezugsperson, der Störungen bzgl. der für die Herde ausgehende Gefahr sicher einschätzen kann, adäquat reagiert und sich nach Beendigung der Störung schnell wieder beruhigt. (Zitat Dr. B. Mennerich-Bunge, Amtstierärztin)

Ein stabiles, gutes Vertrauensverhältnis und Kontakt zwischen Herdenschutzhund und Bezugsperson ist zwingend erforderlich, und gewährleistet die notwendige Kontrolle des Herdenschutzhundes durch die Bezugsperson.

HSH sind hochgradig soziale Lebewesen, sie brauchen den Kontakt zur Bezugsperson genau wie andere Hunde auch, es sind besondere Hunde, aber es sind Hunde!

unerwünschter Charakter:

hyperaktive, unsichere / ängstliche, aggressive, nicht gut sozialisierte Herdenschutzhunde

Fähigkeiten, die die HSH bei ihrer Ausbildung erwerben:

  • Gefahren differenziert einschätzen und adäquat handeln
  • Abwehr von Beutegreifern und anderen Gefahrenquellen durch Drohen und Verbellen
  • Herdenschutzhunde lernen durch das Vorbild der adulten Hunde. Sie beobachten und imitieren deren Verhalten spielerisch untereinander, und üben so Verhaltensweisen und -strategien für die ernste Bedrohung ihres Territoriums und ihrer Herde

Sozialisation des Welpen:

Die Sozialisation des Herdenschutzhundes muss sehr sachkundig und kontrolliert erfolgen, da andernfalls eine tierschutzwidrige Überforderung der Hunde und Herdentiere mit möglichen schwer reversiblen Verhaltensstörungen die Folge sind.

Ziel: souveräne Herdenschutzhunde, die in Stresssituationen adäquat reagieren und durch die Bezugsperson gut zu beruhigen sind.

Überforderung einzelner Hunde durch kontrollierte Sozialisation vermeiden und dadurch souveräne Charaktere ausbilden.

  • an der Herde geboren, das heißt bis zum fünften bis sechsten Lebensmonat nicht allein in der Herde, sondern dicht daneben (Verletzungsgefahr für die Welpen!).

Die Welpen / Junghunde durch einen Zaun abtrennen, so dass sie Kontakt mit der Herde aufnehmen können, und in einem geschützten Bereich sind

  • vorübergehender Aufenthalt in der Herde hat unter Kontrolle der Bezugsperson / Hirte zu erfolgen
  • Herdenschutzhundewelpen oder unerfahrene Junghunde dürfen anfangs nur kontrollierten Kontakt mit den zu schützenden Tieren haben. Sie müssen täglich intensiven, sachkundigen, körperlichen Kontakt mit der Bezugsperson haben. Zusätzlicher Kontakt zu Hütehunden, Personal, und vielfältigen Umweltreizen, um auch an diese gewöhnt zu werden; Herdenschutzhunde müssen zumindest lernen an der Leine zu laufen, und an das Auto / Anhänger fahren gewöhnt werden
  • gute Balance nötig zwischen engem Kontakt zur Bezugsperson und dem Leben an der Herde, dass der Herdenschutzhundewelpe auch bei der Herde bleiben will und sich dort wohlfühlt, bzw. schmaler Grad zwischen der Sozialisation auf die Herdentiere und Vernachlässigung der Welpen/Junghunde!
  • frühestens ab einem Alter von fünf bis sechs Monaten kann der Herdenschutzhund ganz in die Herde integriert werden und auch ohne kontrollierte Aufsicht dauerhaft in der Herde sein. Es muss ein Schlupf zur Verfügung stehen, durch den der Herdenschutzhund sich von der Herde zurückziehen und ausweichen kann
  • Welpen, Junghunde, unerfahrene Herdenschutzhunde (<2 Jahre) dürfen nur zusammen mit einem erfahrenen, adulten Herdenschutzhund (> 2 Jahre alt) im Einsatz bei der Herde sein, oder unter Aufsicht mit einem Hirten
  • auch die Herdentiere müssen an die Herdenschutzhunde gewöhnt werden. Wenn die Herdentiere noch keine Herdenschutzhunde kennen, ist es zu Beginn keine Seltenheit, dass die Herdentiere wie Schafe, Rinder, Schweine, Pferde, Geflügel usw. gegen die Herdenschutzhunde gehen und diese vertreiben wollen und angreifen, besonders wenn es noch Welpen oder junge Herdenschutzhunde sind

Wege zur Integration in die Herde (Beispiel):

  • Herdenschutzhund angeleint an die Herde führen
  • Wohlfühldistanz der Herdentiere beachten
  • in Bogen laufend mit dem Herdenschutzhund sich Stück für Stück der Herde nähern, entfernen, sich wieder nähern, usw.
  • Herdentiere und Herdenschutzhund nicht überfordern
  • ruhiges, braves Verhalten lobend bestärken (sowohl beim Herdenschutzhund als auch beim Herdentier)
  • Rückzugsort sowohl für den Herdenschutzhund als auch für das Herdentier so gestalten, dass Sichtkontakt zwischen den Tieren besteht
  • Herdenschutzhund sich frei in der Herde bewegen lassen, nur eingreifen wenn nötig (Herdenschutzhund gefährdet Herdentier oder sich selbst durch sein Verhalten, Herdentiere gehen auf Herdenschutzhund los)

Fazit:

Herdenschutz mit Herdenschutzhunden ist möglich, und richtig gemacht eine gute Lösung zur Abwehr von Beutegreifern! Aber die Gegebenheiten / Bedingungen müssen stimmen!

 

Verhaltensempfehlungen für die Begegnung mit Herdenschutzhunden:

HSH sind nicht gefährlich! In ihren Herkunftsländern werden sie seit Jahrhunderten zum Schutz von Herdentieren gegen Beutegreifer gezüchtet und eingesetzt. Sie leben mit ihren Menschen und Tieren zusammen und haben keine grundlegende Aggressivität! In vielen Regionen laufen HSH ohne Schwierigkeiten bei hohem Tourismusaufkommen ohne Einzäunung frei mit den Herden mit.

Informationstafeln am Weg oder direkt am Weidetierzaun weisen darauf hin, dass Sie sich einer Herde nähern, die durch HSH geschützt wird.

Verhalten Sie sich ruhig, scheuchen Sie die Tiere nicht auf und vermeiden Sie, die Herdenschutzhunde zu überraschen. Bemerken Sie von weitem keine HSH in der Herde, so machen Sie durch lautes Reden auf sich aufmerksam. Sind Sie mit dem Fahrrad unterwegs, steigen Sie ab und schieben es, als Jogger / Fußgänger verlangsamen Sie Ihr Tempo.

Wenn Herdenschutzhunde bellen, in Ihre Richtung rennen und Ihnen den Weg versperren, bleiben Sie ruhig stehen und geben Sie den HSH Zeit, die Situation einzuschätzen. Halten Sie Distanz zur Herde. Ein Bedrohen der HSH durch erhobene Stöcke, Herumfuchteln und Anschreien wird sie provozieren. Haben die HSH Ihre Anwesenheit akzeptiert und hören auf zu bellen, setzen Sie Ihren Weg gemächlich fort.

Wenn Sie Ihren eigenen Hund dabeihaben, nehmen Sie ihn unbedingt an die Leine und halten ihn unter Kontrolle! Hunde können bei HSH ein verstärktes Abwehrverhalten auslösen. Versuchen Sie nicht, mit Ihrem Hund eine mit HSH geschützte Herde zu durchqueren, sondern umgehen Sie diese weitläufig. Im Zweifelsfall kehren Sie um.

Beruhigen sich die HSH nicht, obwohl Sie ruhig abwarten, ziehen Sie sich weiter von der Herde zurück. Gehen Sie rückwärts, vermeiden Sie Augenkontakt und bleiben aber dem HSH zugewandt – ziehen Sie sich langsam, ggf. die Wanderstöcke nach sich ziehend, zurück. Sind Sie weit genug von der Herde weg, werden die HSH Sie unbehelligt ziehen lassen. Umgehen Sie die Herde weiträumig oder kehren Sie um.

Mit Ihrem Verständnis und Ihrer Rücksichtnahme kann der Schutz der Weidetiere mit HSH gegen Beutegreifer eine Möglichkeit bieten, zu Gunsten einer Landschaft, einer Tier- und Pflanzenwelt, wie wir sie doch alle erhalten und fördern wollen.

Was tun in Notfällen?

Niemals selbst über den Zaun greifen oder drübersteigen! Kontaktieren Sie den Halter der HSH, oder falls dieser Ihnen nicht bekannt oder gerade nicht erreichbar ist, informieren Sie die Polizei